Immer das Beste geben und wollen – sich nicht mit Unzulänglichkeiten zufriedengeben

Bremerhaven. Es war meine Oma, leider weilt sie nicht mehr unter uns, die uns Kindern beibrachte immer das Beste zu geben. Sei es der Chef in der Arbeit, Freunde oder die Familie: Unser Anspruch sollte es sein immer das Beste zu geben und die beste Leistung zu erbringen. Aber auch demütig sollten wir dabei sein: Ordnet unser Chef etwas an, so erledigen wir die Arbeit ohne zu murren und ohne uns zu beschweren – denn dann würden wir am Besten durch das Leben kommen. Ich weiß, so mancher Gewerkschafter stöhnt jetzt auf oder läuft rot an. In einer Zeit in der wir von allen Seiten zu hören bekommen, dass wir immer nur fordern und verlangen dürfen ist dies ein Unding.

Doch meine Großmutter, meine geliebte Oma, wollte nicht die bedingungslose Unterwerfung unter Vorgesetzte. Nein, dafür war sie eine zu starke und vor Allem gläubige Frau. Sie forderte nur genau das, was die Bibel auch von uns fordert: Immer das Beste zu geben um letztendlich guten Gewissens sagen zu können man hat das Seine zum Großen Ganzen geleistet, nichts weggelassen oder für sich behalten.

Wir sollen nicht perfekt sein, denn perfekt ist nur Gott. Ephraim Kishon, ein bekannter jüdischer Autor, schrieb einst in einem Roman von den jüdischen Gewohnheiten: So fragte er sich warum immer und immer wieder Schrauben fehlen bei Möbelstücken die ein jüdischer Tischler liefert. Die Antwort war simpel: Mit Absicht werden Dinge in Erez Israel nicht perfekt, dennoch gut, ausgeführt um Gott nicht zu erzürnen – denn nur Gott ist perfekt.

Die Heilige Schrift jedoch fordert von uns immer wieder: Erfülle die Dir übertragenen Aufgaben so das alles zum Besten steht. Lass nichts weg, füge nichts hinzu. Mach einfach was von Dir verlangt ist, damit ist genug. Und genau das ist es was Gott will: Die Erfüllung seiner Gebote. Nichts von Menschen hinzugefügtes, aber auch nichts soll weggelassen werden.

Sehe ich heute Menschen die in die Arbeit gehen, sehe ich oft folgendes: Es wird halbherzig gearbeitet, ermahnt man wird gleich mit Gewerkschaft, vermeintlichen Rechten oder Pflichten des Arbeitgebers gedroht. Die Frage ob man wirklich getan hat was erwartet wird, wird erst gar nicht gestellt. Es geht immer nur um das Ich. Das große und mächtige Ego. Dieses Ego das uns anleitet zu extremsten Konsum, zu Faulheit und zu Ignoranz gegenüber jenen die unserer Hilfe bedürfen. Es wird nicht mehr das Beste gegeben, nur noch das Minimum.

Menschen die so agieren und nach solchen Einstellungen leben, die achten auch nicht mehr auf ihre Umwelt, ihre Mitmenschen und auf Gott. Hier ist das Krebsgeschwür unserer Zeit: Der pure Egoismus und der Geiz. Ein Geiz der sich nicht aufs Geld beschränkt, auch auf die Bereitschaft Leistung zu erbringen, sein Gegenüber zu achten und Gott zu ehren. Es zählt nur noch das Ego.

Das Beste zu geben bedeutet nicht sich ausbeuten zu lassen, es bedeutet seine Fähigkeiten richtig einzusetzen aber auch Strukturen und Regeln anzuerkennen. Es bedeutet auch ein Leben zu führen das sich nicht auf das Bildnis im Spiegel und die eigenen Bedürfnisse beschränkt, sondern das wertvoll wird durch das Auftreten und Handeln in der Welt.

Das Beste zu geben bedeutet auch Zufriedenheit. Menschen die nur an sich denken, die nur zu ihrem eigenen Wohle agieren, sind irgendwann einsam und allein. Sie sind unzufrieden und auf der Suche. Eine Suche die oft ins Nichts führt, denn sie suchen nicht Gott sondern Bestätigung. Eine Bestätigung die es zwar von Gott gibt, jedoch materielle Dinge nicht geben.

Daher: Last uns immer das Beste geben. Es wird uns guttun und zu Gott führen.